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Spargeln: Produktion

  1. Geschichte, Physiologie
  2. Pflanzunge, Pflegemassnahmen
  3. Kulturvorbereitung vor der Ernte
  4. Die Ernte
  5. Sortierarbeiten
  6. Feldarbeiten nach der Ernte

1. Geschichte, Physiologie

Die eigentliche Heimat der Spargels ist wahrscheinlich Vorderasien, wo sie in sandigen Meerdünen und feuchtsandigen Flusstälern wächst. Von dort aus verbreitete er sich nach West- und Mitteleuropa und nach Nordafrika.

Heute
Heute
Früher
Früher

Vom Spargel sind rund 100 Arten bekannt. Für den Spargelbauer und Spargelliebhaber ist jedoch lediglich die heimische Kulturpflanze, Asparagus officialis wichtig, die bis ins Mittelalter nur als Heilpflanze galt. Der Abguss der ausgekochten Sprosse wurde und wird als harntreibendes Mittel verwendet.

Als um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Gärten der Klöster und Fürstenhöfe anderes Gemüse angebaut wurde, ist auch der Spargel als Feingemüse entdeckt worden. Sein besonderer Wohlgeschmack und seine gute Bekömmlichket machten seine Entdeckung so aussergewöhlich. Auch heute noch zählt der Spargel zu einem besonders edlen Gemüse.

Der Spargel ist eine mehrjährige Staude und gehört zur Familie der Liliengewächse. Sein fleischiges, stark bewurzeltes Rhizom kriecht im Boden, überwintert dort und erträgt auch tiefe Kältegrade ohne Schaden. Die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab und treiben im Frühjar wieder aus. Die im Frühjahr treibenden Sprossen sind das Erntegut, die bekannten Spargelstangen welche entweder durch einen ca. 45 cm hohen Erdwall gebleicht bleiben oder wie bei den Grünspargeln, ohne Erdwall, grün geerntet werden.

Dämme
Dämme

2. Pflanzunge, Pflegemassnahmen

Der Spargel bevorzugt eher sandige Böden, gedeiht aber auch in mittelscheren Böden. Ein gut mit Nährstoffen angereicherter, humusreicher Boden ist für das anwachsen der Jungpflanzen besonders wichtig.

Pro ha Anbaufläche werden ca. 20'000 Spargelsetzlinge eingepflanzt. Die heikelste Phase der Spargelkultur ist zu Beginn des Anwachsens der Jungpflanzen. Im 1. Sommer nach der Pflanzung sollen die Jungpflanzen möglichst kräftige Stauden entwickeln, damit Wurzeln und Rhizom viel Reserven bilden können. Das folgende Jahr, das zweite Standjahr, dient der Spargelkultur weiterhin zum Wachstum und Einlagerung von Reservenährstoffen. Eine ca. 10 tägige Ernte im 2. Standjahr ist nur bei starkentwickelten Kulturen zu empfehlen.

Während der zwei Wachstumsjahre des Spargels ist eine regelmässige, gute Beobachtung der Kultur sehr wichtig. Eine gezielte Unkrautbekämpfung in der Jungkultur verhindert eine Konkurrenzierung der Spargelpflanze. Ebenso müssen die wichtigsten Spargelschädlinge, die Spargelfliege und das Spargelhähnchen beobachtet werden. Beim überschreiten der Schadschwelle müssen diese Schädlinge bekämpft werden.

3. Kulturvorbereitung vor der Ernte

Dammfräse
Dammfräse

Bevor die Bodenbearbeitung in der Spargelkultur beginnt, wird Dünger in Form von Stallmist gestreut. Zirka Ende März nach dem der Ackerboden genügend abgetrocknet ist, beginnen die ersten Arbeiten in den Spargelkulturen. Vorerst wird der Boden gelockert und gefräst, damit anschliessend die Spargeldämme mit der Dammfräse geformt werden können.

Die frisch geformten Spargeldämme werden nun mit einer Plastikfolie abgedeckt, Damit kann die Bodentemperatur im Damm erhöht werden, der Wasserhaushalt verbessert sowie die Verkrautung der Kultur unterdrückt werden. Die Unkrautbekämpfung der Kultur vor der Ernte mit Herbiziden ist somit nicht notwendig. Dank des Folieneinstzes bleiben auch die Spargelstangen schön weiss. Bei sehr hohen Frühjahrestemperaturen, ab ca. + 27°C, muss die Folie auf die weisse Seite gedreht werden, damit keine Verbrennungen der Spargelpflanzen auftreten.

4. Die Ernte

Ernten
Hans-Peter Gisler bei der Ernte
Der Stechbeginn der Spargeln richtet sich stark nach der Witterung, vor allem der Temperaturen. Ab + 10°C Bodentemperatur beginnen die Spargeln zu wachsen. Stechbeginn ist meistens um den 10. April. Die Erntezeit erstreckt sich über ca. 9 Wochen bis ca. 20. Juni.

Morgens früh, sobald es hell genug ist, wird der Spargel gestochen. Vorerst wird die Spargelfolie vom Damm weggelegt, damit die eigentliche Erntearbeit, das Stechen mit einem Stechmesser ausgeführt werden kann. Die Spargelstangen werden freigelegt, gestochen, und in den Erntekorb gelegt. Die beim Stechen entstandenen Löcher im Spargeldamm müssen nun wieder gefüllt und ausgeglättet werden. Danach wird die Spargelfolie wieder auf den Damm gezogen.

Die frisch gestochenen Spargeln müssen nun möglichst rasch vom Feld, zur weiteren Verarbeitung auf den Hof transportiert werden. Auf dem Hof angekommen, wird das Erntegut mit der Spargelwaschmaschine geschnitten, gewaschen und grob sortiert. Die grob sortierten Spargeln werden nun in Eiswasser gekühlt und anschliessend im Kühlraum gelagert.

5. Sortierarbeiten

Sortieren
Sortieren und Rüsten
Unsere Philosophie bezüglich Qualitätsanforderungen an die verkaufsbereiten Spargeln lauten: Jeder einzelne Spargel muss von Kopf bis zum Anschnitt zart sein. Dies bedingt, dass jeder Spargel beim Feinsortieren auf Zahrtheit getestet wird. Mit dem Rüstmesser wird ein kleines Stück Spargel abgeschnitten. Eine geübte Sortiererin stellt nun sofort fest, wie es mit der Zartheit der Spargel aussieht. Sollte der Anschnitt zäh sein, wird zurückgeschnitten. Als Folge dieses Arbeitsgangs entstehen dann die Kurzsortierungen. Vom gesamten Feldertrag fallen ca. 25 % Rüstabfälle an.

6. Feldarbeiten nach der Ernte

Nach ca. 7 Wochen Erntezeit hat eine Spargelpflanze ca. 20 - 25 Sprossen ausgetrieben. Die letzten Sprossen weisen nicht mehr das gleiche Kaliber auf wie zu beginn der Ernte. Damit ist der Zeitpunkt erreicht um der Spargelpflanze Ruhe zu gönnen.

Nach dem letzten Erntetag wird die Spargelfolie mit einer Maschine aufgerollt. Die am Feldrand liegenden Plastikrollen werden anschliessend auf dem Hof oder auf dem Feld gelagert und im nächsten Jahr wiederverwendet. Als nächster Arbeitsgang erfolgt dann das ausebnen der Spargeldämme mit dem Traktor und einer Egge.

Um das Wachstum nach der Ernte zu fördern braucht die Pflanze einen schnell wirksamen N-Dünger (Stickstoff). Ca. 3-4 Wochen nach der Ernte erreichen die letzten ausgetriebenen Sprossen als Staude eine Höhe von ca. 1,5 - 1,8 Meter. Die Spargelstaude mit ihrem typisch gefiederten Blättern, kann nun voll assimilieren und die dabei erzeugten Nährstoffe durch die Saftbahnen der Pflanze ins Wurzelwerk transportieren. Der Ertrag für die nächstjährige Ernte ist weitgehend abhängig vom üppigen, gesunden Stand der Kulturen im Sommer nach der Ernte.

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